Aktuelles Video


Globale Rahmenabkommen (GFA) - ein Instrument für Russland?

Globale Rahmenabkommen (GFA) - ein Instrument für Russland?

Eingeladen zur Expertenrunde waren die Gewerkschaftsspitzen, sowohl der FNPR (Föderation der unabhängigen Gewerkschaften Russlands) sowie der KTR (Konföderation der Arbeit). Vorträge hielten Georg Leutert, europäischer Betriebsrat von Ford, Helmut Lense von IndustriALL, Valentina Mählmeyer vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und Valentin Mocanu von der ILO.

Leutert und Lense konzentrierten sich dabei auf die Vorstellung von Chancen und Möglichkeiten, die russischen Gewerkschaften durch Globale Rahmenabkommen eröffnet werden, Mählmeyer berichtete von ihrer Feldstudie mit der Belegschaft  eines multinationalen Konzerns in Russland.

Zwischen den Vorträgen, vor allem nach dem Vortrag von Mählmeier wurde von den russischen Teilnehmenden intensiv diskutiert. Sowohl die Teilnehmenden der jungen Gewerkschaften, als auch die der alteingesessenen standen den GFAs zuerst sehr skeptisch gegenüber -jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Zwei Personen problematisierten insbesondere, dass die GFAs ein Mittel aus dem Westen seien, welches Gewerkschaften, die in den Ländern der Konzernzentrale aktiv sind nützen können - nicht jedoch in Russland. Die Teilnehmer der jungen Gewerkschaften befürchteten vor allem, dass die GFAs als bloßes Papier dem Konzern eine positive Publicity schaffen würden, ohne sich positiv auf die Arbeitsbedingungen auszuwirken.

Angesprochen auf Betriebsräte drückten die russischen Teilnehmenden geschlossen ihre Ablehnung dieses Systems aus. Es handle sich um eine aus Deutschland aufgedrückte Methode, um die russischen Gewerkschaften zu zerschlagen.

Valentin Mocanu hob hervor, dass GFAs kein Allheilmittel seien und dass die internationale Zusammenarbeit und Vernetzung der Gewerkschaften von multinational organisierten Konzernen das wichtigste ist. Trotzdem sprach sich bezogen auf die offene Frage, ob man weiter an GFAs arbeiten solle oder nicht eine klare Mehrheit der russischen Vertreter dafür aus, das Projekt weiterzubringen und in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften der Konzern-Mutterländer Abkommen zu entwickeln.

© 2011 «Friedrich Ebert Stiftung»

Создание и продвижение сайта: "SEO Factory"