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„Der Osten im Westen und der Osten in Russland" Sjuzdal, 18.-20.11.2014

„Der Osten im Westen und der Osten in Russland" Sjuzdal, 18.-20.11.2014

2013 betrug die Anzahl der internationalen Migranten in Europa 72 und in Asien beinahe 71 Millionen Menschen. Wenn man die Migrationsströme der Welt nun nicht nach Kontinenten teilt, sondern in eine „Ost-West-Dichotomie“, dann ist der Strom der internationalen Migranten aus Entwicklungsländern das primäre Element der Dichotomie und wird noch größer, aufgrund der Erhöhung der zur Verfügung stehenden Orte. Zusammen mit Migranten aus Asien, fließen in ihn zahlreiche Migranten aus Nordafrika ein.

Internationale Migration aus dem Osten bewegt sich zu drei welt-kulturellen Adressen: In Russland nach Westen und in zwei Teile desselben Ostens – in ölproduzierende arabische Monarchien und in industrielle Schwellenländer des Fernen Ostens und nach Südostasien. An jeder Adresse gibt es eine besondere Anpassung von Migranten in ihrer Interaktion mit der aufnehmenden Bevölkerung und eine Veränderung in den Identitäten beider Gruppen.

Die Hervorhebung und der Vergleich dieser Besonderheiten, in Übereinstimmung mit den Prozessen, der immanenten internationalen Migration, unabhängig von äußeren Umständen, erweist sich als wichtiges Ziel der Untersuchung des Projekts, das 2014 begonnen wurde im Institut für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften (Forschungszentrum der allgemeinen Probleme des modernen Ostens).

Als Einstiegsetappe des behandelten Projekt erweist sich das Seminar „Der Osten im Osten, der Osten im Westen und der Osten in Russland: Migration – Anpassung – Identität“, organisiert und unterstützt durch die Friedrich Ebert Stiftung. Das Seminar fand vom 18. bis zum 20. November in der Stadt Susdal statt in dem komfortablen Hotel „Susdal-Inn“. Es nahmen darin unmittelbar 18 Wissenschaftler unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Ländern teil (von Master-Studenten bis hin zu Professoren), die in verschiedenen Bereichen der humanitären und sozialen Wissenschaften spezialisiert sind (Geschichte, Politik, Ethnologie, Soziologie, Ökonomie, Philologie und Psychologie) aus Russland, Italien und der Mongolei. Außerdem wurden drei Referate von russischen Teilnehmern des Projekts, die aus verschiedenen Gründen nicht beim Seminar anwesend sein konnten, berücksichtigt und besprochen. Der Großteil der Teilnehmer war aus Moskau (Institut für Orientalistik der Russischen Akademie für Wissenschaften, Institut für Economic Forecasting der Russischen Akademie für Wissenschaften, Akademie für Volkswirtschaft und öffentliche Verwaltung, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Moskauer Staatsuniversität). Beim Seminar nahmen auch Vertreter wissenschaftlicher Bildungseinrichtungen aus Kazan, Barnaul, Irkutsk, Ulan-Ude, Bologna und Ulan-Bator teil.

Die Vorträge des Seminars waren gruppiert in vier problematisch-thematische Blöcke oder Cluster. Der erste Block bestand aus Vorträgen, die einen allgemeinen Überblick der Migration aus dem Osten auf regionaler und staatlicher Ebene gaben. Der zweite Block vertiefte die Gesamtheit der Mitteilungen mit dem Akzent auf die Fragen der Erhaltung/Änderung der sprachlichen und kulturellen Identität von Migranten in der für sie neuen Lebensumgebung. Im dritten Block wurden Präsentationen miteinander verbunden, die den Fragen der Integration und Adaptation von Migranten und ihrer Wahrnehmung der aufnehmenden Gesellschaften gewidmet waren. Der letzte, vierte Block, vereinte die Vorträge zu interessanten und in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Themen für Migrationsforscher wie religiöse Praktiken von Migranten, den Beziehungen zu ihnen und die Arbeit mit ihnen in Staatskirchen sowie Diskurse über Migration in den Herkunftsregionen.

Auf Grundlage der auf dem Seminar gehaltenen Vorträge wird vorgeschlagen im Laufe des Jahres 2015 einen Sammelband der Studien vorzubereiten.

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